Inhalte

In den inhaltlich aufeinander aufbauenden Workshops lernen die Bezugspersonen aus den unterschiedlichen Bildungsorten ihre Rolle für einen erfolgreichen Spracherwerb der Kinder kennen und erfahren ganz praktisch, wie sie die Kinder in ihrem jeweiligen Kontext beim Erlernen der verschiedenen Sprachen unterstützen können. Hierfür lernen sie konkrete Gelegenheiten für sprachlernunterstützende Alltagsinteraktionen kennen und üben sich in der Umsetzung sprachbildender Verhaltensweisen. Gemeinsam reflektieren sie, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der sprachlichen Bildung zu Hause und im Betreuungskontext liegen.  
 
Mit den Teilnehmenden wird interaktiv gearbeitet, so dass deren Erfahrungen und Kompetenzen stets mit einfließen. Alle Bildungspartner erhalten zu den Workshops Material zum Nachlesen und jeweils kleine Aufgaben für die Zeit zwischen den Workshops.

Im Anschluss finden zwei Termine mit den Fachkräften aus der Kindertagespflege und aus der Kindertagesstätte zur Sicherung einer langfristigen Kooperation der unterschiedlichen Bildungsorte statt.


Workshop 1 - Umgang mit verschiedenen Sprachen in der Familie

Wer spricht welche Sprache mit dem Kind und warum? Das bestehende Sprachenkonzept ist eine wichtige Vorraussetzung für einen gelingenden Mehrsprachenerwerb. Anhand von Piktogrammen und ähnlichen Hilfsmitteln werden bestehende Strukturen in den Familien analysiert. Eltern und Fachkräfte erwerben Wissen zur mehrsprachigen Erziehung, erarbeiten gemeinsam Lösungen und bauen so Unsicherheiten im Umgang mit Mehrsprachigkeit ab.


Workshop 2 - Rolle der Bezugspersonen im Spracherwerb

Wie kommt das Kind zur Sprache und welche Rolle spielen Bezugspersonen dabei? In diesem Workshop erarbeiten Eltern und Fachkräfte, wie sie den Spracherwerb des Kindes unterstützen können. Das eigene Kommunikations- und Sprachverhalten beim Essen, Wickeln oder Einkaufen wird beobachtet und reflektiert. Ziel ist es, Bezugspersonen zu einer sprachförderlichen Grundhaltung anzuleiten und Ihnen zu vermitteln, welche Alltagssituationen sich besonders zum Sprachförderung eignen.


Workshop 3 - Das Bilderbuch als Sprachlernhelfer

Kinder lieben Bücher! Gerade bei jungen Kindern ist es nicht notwendig, vorzulesen. Wichtiger ist eine dialogische Bilderbuchbetrachtung. Hierbei werden die Bilder einfach angeschaut und gemeinsam besprochen. So kann jeder in seiner Sprache mit dem Kind sprechen: die Eltern in ihrer Sprache und die Fachkräfte auf Deutsch. Die Teilnehmer*innen lernen, wie Kinder beim Betrachten von Büchern neue Wörter lernen können, wie sie das Kind während des Buchanschauens zum Sprechen anregen können und wie man auf Fehler des Kindes reagieren kann.


Workshop 4 - Reflexion

In einer abschließenden Sitzung werden die Erfahrungen der vorrangegangenen Workshops besprochen und eingeordnet. Was hat sich im Umgang mit dem Kind geändert? Wie wird gemeinsam daran gearbeitet, den Spracherwerb des Kindes zu unterstützen? Was kann unternommenw erden, um diesen Prozess weiter zu verfolgen und zu stärken?