Forschung am ZEL

Nachuntersuchung ehemaliger Late Talker im Jugendalter

Am 01. Juli 2016 startet am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg gemeinsam mit dem Zentrum für Entwicklung und Lernen in Heidelberg (Dr. Anke Buschmann) und der Günter Reinmann-Dubbers Stiftung ein Projekt zur Untersuchung der langzeitlichen Entwicklung von Kindern mit einer verzögerten Sprachentwicklung (sog. Late Talker). In Kooperation mit den niedergelassenen Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin der Rhein-Neckar-Region wurde 2003 eine Stichprobe von zweijährigen sprachentwicklungsverzögerten Kindern und eine Vergleichsgruppe von sprachunauffälligen Kindern rekrutiert und im Rahmen einer Längsschnittstudie zu mehreren Messzeitpunkten untersucht. Schwerpunkt der bisherigen Untersuchungen war es, betroffene Kinder frühzeitig zu identifizieren und mit Hilfe des Heidelberger Elterntrainings zur frühen Sprachförderung gezielt zu fördern. Die Wirksamkeit des Heidelberger Elterntrainings konnte in diesem Rahmen bereits belegt werden.

Ziel des vorliegenden Projekts ist es zu untersuchen, inwiefern die frühe Intervention auch langfristig einen positiven Effekt auf die Entwicklung der Kinder hat, insbesondere auf den späteren Lese- und Rechtschreiberwerb in der Schule. Dazu wird eine weitere Nachuntersuchung der Kinder am Ende des 9. Schuljahres durchgeführt. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es den allgemeinen Entwicklungsverlauf der Kinder längsschnittlich abzubilden und so Hinweise auf Prädiktoren für günstige oder ungünstige Verläufe zu gewinnen.  Dieses Wissen ist von besonderer Bedeutung, um zukünftig fundierte Entscheidungen über den Einsatz von Präventions- oder Fördermaßnahmen treffen zu können. Da derartige Längsschnittstudien zum Verlauf von Kindern mit Sprachentwicklungsverzögerungen bis ins Jugendalter hinein im deutschsprachigen Raum bisher nicht existieren, wird das Projekt einen wichtigen Beitrag leisten, um Aussagen über die Entwicklung von Late Talkern treffen zu können.

Koordinatorin: Dr. Anke Buschmann

Projektzeitraum: 2016-2020

Projektförderung: Günter Reimann-Dubbers Stiftung